Der Verlust biologischer Vielfalt ist gefährlicher als der Klimawandel

Die Arbeit bei der Agrar Koordination begann für mich 1995 mit einem DÜ Inlandsvertrag nach meiner Arbeit in Sambia. Dort hatte ich lokales Saatgut vermehrt, um den Anbau von Nahrungsmitteln zu ermöglichen. Die Abhängigkeit der Bauern und Bäuerinnen von gekauftem Saatgut, das es nicht ausreichend gab, war eklatant. Das Thema des Verlustes genetischer Vielfalt gewann international gerade an Aufmerksamkeit. Das zeigte sich 1996 bei der FAO Konferenz zu pflanzengenetischen Ressourcen in Leipzig bei der die BUKO Agrar Koordination für das Forum Umwelt und Entwicklung die NRO Konferenz „In Safe Hands“ organisierte. Diese ist noch immer legendär, weil sie einen echten Schub für das Thema darstellte. Im Jahr 2008 fand die UN Vertragsstaatenkonferenz zum Schutz der biologischen Vielfalt in Bonn statt und die Agrar Koordination organisierte dort auf dem Münsterplatz einen bunten Vielfaltsmarkt. Das war mit Sicherheit ein Highlight. Genau wie das Drehen des Dokumentarfilms "Zukunftsfelder" über die Arbeit der phillippinischen Organsation MASIPAG.  Im Laufe der Jahre kamen viele andere spannende Themen hinzu. Das Thema Agrarökologie bringt davon viel zusammen und ich sehe das als einen großen Erfolg. Agrarökologie muss das Leitbild der zukünftigen Gestaltung der Landwirtschaft und Ernährung sein. 

Die Beschäftigung mit einem so breiten Themenspektrum und einem zunehmend globalen Blick hinterlässt Spuren im eignen Leben. Es war ein besonderes Privileg, dass ich so lange, bis 2021, bei der Agrar Koordination arbeiten durfte. Es gab harte Zeiten, in denen der Bestand des Vereins und unsere Arbeitsplätze akut bedroht waren. In großer Solidarität miteinander haben wir diese Phasen überstanden. Ich hatte viele tolle Kolleg*innen und habe Menschen aus vielen Ländern kennengelernt. Dafür bin ich dankbar. Viele unserer Praktikant*innen sind in ihrem Studium und Beruf unseren Anliegen treu geblieben. Für eine neue Generation ist das Thema Nachhaltigkeit, nicht mehr wegzudenken. Das macht mich zuversichtlich. Es bewegt sich etwas. Vielleicht nicht schnell genug, aber daran kann man ja arbeiten. Es braucht einen langen Atem für das, was wir tun, aber es ist nicht umsonst. 

Also weiter so! Auf den nächsten 40 Jahre! Das wäre dann 2063. Was dann wohl los ist?

Neues zum Thema Zugang zu Saatgut gibt es hier.


https://www.agrarkoordination.de/informieren/publikationen-details/?tt_products%5Bcat%5D=5&tt_products%5Bproduct%5D=1113&cHash=8d9174e94e70d4cf67c8bf32043a84c1

 

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