Zuckerkampagne 1992

von Astrid Engel  

Die BUKO-Agrar Koordination (= im Weiteren „Agros“) war im Jahr 1992 meine erste Arbeitgeberin nach Abschluss meines agrarwissenschaftlichen Studiums. Die kleine entwicklungspolitische NGO hatte ich bereits während meines Studiums kennen gelernt. Im Zuge der kritischen Auseinandersetzung mit der EU (damals noch EG)-Agrar- und Entwicklungspolitik und deren desaströsen Auswirkungen auf viele Länder des globalen Südens waren der studentische „Arbeitskreis Internationalismus“ auf die dazu passenden Publikationen  der Agros gestoßen, uns immer wieder Argumentationshilfen in der Auseinandersetzungen mit den Professoren gaben, die vordergründig die freie Marktwirtschaft predigten – gleichzeitig jedoch kein Problem mit der protektionistischen Politik der EG hatten. Auch mit den negativen entwicklungs- und handelspolitischen Folgen der EU-Zuckerpolitik hatten wir uns intensiv befasst. 

So wurde ich gegen Ende meines Studiums von einer Mitarbeiterin der gepa gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, die Koordination einer von einem breiten Bündnis geplanten „Zuckerkampagne“ zu übernehmen. Meine erste wunderbare Aufgabe war, eine philippinische Theatergruppe auf ihrer sechswöchigen Deutschlandtournee zu begleiten. Ein weiteres „Highlight“ der Kampagne war die Durchführung einer großen, international besetzten Tagung mit dem Titel: „Anforderungen an eine international, sozial und ökologisch verträgliche Zuckerpolitik und die Rolle der EG“. 

Nach Abschluss der Kampagne wechselte ich als agrarpolitische Mitarbeiterin zur Landtagsfraktion der Grünen in Bayern. Angesichts der drohenden Ausbreitung der „grünen“ Gentechnik mit einer wachsenden Zahl an Freisetzungsversuchen legte ich dort meinen Schwerpunkt auf die Mit-Organisation des Widerstands, was u.a. in der Gründung eines bayernweiten Bündnisses gegen die Gefahren der Gentechnik mündete. Über weitere berufliche Stationen (u.a. Bildungsarbeit beim Evang. Bauernwerk in Württemberg, Koordination der Kampagne „Fair Handeln Bayern“, Forschungsprojekt zur Entwicklung des Öko-Landbaus in Mecklenburg-Vorpommern) kam ich im Jahr 2010 zur Landeshauptstadt München, wo ich bis heute für die Biostadt München zuständig bin. Hier schließt sich ein wenig der Kreis zu meinem Berufseinstieg bei den „Agros.

Zum Thema Zucker gibt es ein aktuelles Dossier und einen neuen Podcast

 

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