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Kigali, die Hauptstadt von Ruanda, gleicht einer Geisterstadt: Kaum mehr Fahrzeuge oder Menschen auf der Straße. Polizisten an den Straßenecken kontrollieren die Passierscheine. Ende April befindet sich Ruanda seit fast sechs Wochen im Lockdown. Nur mit einer polizeilichen Genehmigung darf sich in der Stadt fortbewegt werden. Was anfänglich nur für Autofahrer galt, gilt nun für alle Menschen. Das Tragen einer Maske ist Pflicht im öffentlichen Raum. Aber es gibt zwei Realitäten: Sobald die Hauptstraßen mit den großen Villen und Häusern verlassen und sich in die einfacheren Viertel begeben wird, sieht das Bild ganz anders aus: Viele Menschen sind auf der Straße, auch in größeren Gruppen, mal mit, mal ohne Maske.

Nicht jede*r Ruander*in kann es sich eben auch leisten, nicht auf der Straße zu sein: Wer mit einer großen Fa- milie in einer 1 oder 2-Zimmer-Wohnung lebt, hat kaum eine andere Wahl. Arbeiten können/dürfen die Bewoh- ner*innen oft trotzdem nicht: Zahlreiche Sektoren, die den Menschen Arbeit bieten, wie das Bauwesen oder der Transportsektor stehen – bis auf wenige Ausnahmen – still.

Die zahllosen Mototaxifahrer und Tagelöhner*innen, die den Unterhalt für sich und ihre Familien verdienen, gehen nun leer aus. Rücklagen besitzen sie nur in den seltensten Fällen. Der Staat hat ein Soforthilfeprogramm zur Verteilung von Lebensmitteln aus dem Boden gestampft. Verteilt werden die Lebensmittel von den kleins- ten administrativen Einheiten, den Umudugudu. Die Anzahl der bedürftigen Familien steigt überall rapide an. Die bereitgestellten Lebensmittel reichen bei weitem nicht aus, und die meisten Menschen sind auf provate Spenden angewiesen.

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