Biopoli Ausstellung: Schautafel 9

Wem gehört die Saat? - Internationale Regelungen

 

Neben der nationalen Gesetzgebung sollen hauptsächlich drei internationale Abkommen die rechtliche Seite dieses Konfliktes regeln: das Übereinkommen über die biologische Vielfalt, der internationale Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen der Ernährung und Landwirtschaft sowie das Abkommen über handelsbezogene Aspekte des geistigen Eigentums. Zwi-schen diesen Abkommen bestehen zum Teil Unvereinbarkeiten im Hinblick auf Eigentums- und Nutzungsrechte.

1.Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt

Die völkerrechtlich verbindliche Konvention entstand 1992 in Rio innerhalb des UN-Systems. Sie erkennt den Staaten souveräne Rechte über ihre genetischen Ressourcen an und sieht Nutzungs- und Eigentumsrechte für Bauern und indigene Gemeinschaften vor. 183 Staaten haben die Konvention unterschrieben. Die USA ist nicht Vertragsstaat.

 

Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt hat drei Ziele:

  • die Erhaltung biologischer Vielfalt
  • ihre nachhaltige Nutzung und
  • eine gerechte Beteiligung an monetären und nichtmonetären Vorteilen, die sich aus ihrer Nutzung ergeben.

 

2. Der internationale Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen der Ernährung und Landwirtschaft

Der für die Unterzeichnerstaaten der Welternährungsorganisation FAO* verbindliche Vertrag wurde dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt angeglichen und 2001 beschlossen. Er soll den internationalen Austausch von Züchtungsmaterial der wichtigsten Nutzpflanzen erleichtern. Die USA und Japan haben nicht unterzeichnet.

Anmerkung: *Food and Agriculture Organisation (UN-Organisation) Die Rechte der Bauern auf Tausch und Wiederverwendung der Ernte sowie die Anerkennung ihrer Beiträge zur Entwicklung, Erhaltung und nachhaltigen Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen sollen national geregelt werden - sie müssten jedoch international verankert werden, um wirksamen Schutz zu genießen.

3. Das Abkommen über handelsbezogene Aspekte des geistigen Eigentums

Das Agreement on Trade Related Aspects of Intellectual Property Rights (TRIPS) von 1995 verpflichtet alle 140 Mitgliedsstaaten der Welthandelsorganisation WTO (keine UN-Organisation), starke Rechte für den Schutz geistigen Eigentums, z.B. einen Patentschutz oder einen entsprechenden Sortenschutz einzuführen. Dies betrifft auch den Saatgutsektor und die pharmazeutische Industrie, wodurch der internationale Vertrag der FAO zum freien Austausch von Saatgut der wichtigsten Nutzpflanzen unterlaufen werden könnte. Das TRIPS-Abkommen sieht anders als die Konvention über biologische Vielfalt KEINE Nutzenbeteiligung vor und kennt kein gemeinschaftliches Besitzrecht.

 

100.00de Sorten wurden von Bauern und Bäuerinnen überall auf der Welt entwickelt. Fünf Saatgutfirmen kontrollieren 75% des Gemüsesaatgutmarktes der Welt.

 

Gehe zu Schautafel:  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10  11 12 13 14

Termine

Fr 22.03.2019

Biopoli Seminar

Ansprechend und stimmig Kompetenz vermitteln - Stimme und Sprechen in unserer Bildungsarbeit

Sa 18.05.2019

March against Bayer

18.5. Hamburg 14 Uhr Hachmannplatz

Mehr erfahren

Tragen Sie sich für unseren kostenlosen Newsletter an und erhalten Sie regelmäßig Neuigkeiten zu Projekten und Veranstaltungen

benefind.de - Sie suchen, wir spenden.

AGRAR KOORDINATION & FIA E.V | STAND 2017