Biopoli Ausstellung: Schautafel 12

Gentechnologie: keine Patentlösung gegen den Welthunger!

 

Bei der Analyse des eigentlichen Nutzens der Gentechnik und des Patentierungssystems für die Sicherung der Welternährung sind die Lehren aus der Grünen Revolution hilfreich. Die wachsende Abhängigkeit der Nahrungsmittelproduzenten von einer immer kleiner und damit mächtiger werdenden Gruppe multinationaler Konzerne wird durch die Entwicklung der Grünen Gentechnik weiter verstärkt.

Grundsätzlich können Konzerne nicht die Aufgabe und das Ziel haben, die Welt zu ernähren, sie müssen Gewinne machen. Das wird von ihren (Aktien-)besitzern erwartet. Der Wert eines Unternehmens steigt mit der Anzahl seiner Patente und seinem Gewinn. Die Preise für Weizen, Mais und Reis steigen, wenn die Ernten schlecht sind. Gentechnik ändert daran nichts.

Unkalkulierbares Risiko für alle Landwirte

 

Wer auf seinem Feld unerwünscht gentechnisch verunreinigte Saat stehen hat, muss künftig mit kräftigen Lizenzgebühren und Strafen statt Schadenersatz rechnen - so wie der kanadische Landwirt Percy Schmeiser, der von der US-Firma Monsanto verklagt wurde. Auch Ökolandwirte werden nicht verschont bleiben und ein Landbau ohne Gentechnik in Zukunft nicht mehr möglich sein.

 

Im November 2001 berichtete "nature" , dass in Maispflanzen in entlegenen Berggebieten Mexikos, die als Ursprungsregion des Mais und ihrer wilden Verwandten gelten, Landsorten mit gentechnisch veränderter DNA gefunden wurden. Sie stammt wahrscheinlich aus Nahrungsmittellieferungen, die als Saatgut verwendet wurden. In Mexiko ist der Anbau von gentechnisch verändertem Mais verboten. Die Konsequenzen für die Bauern, die sich aus dieser "Nutzung" gentechnisch veränderter Sorten ergeben, s.o., sind noch ungeklärt. Auch die Bestände der Nutzpflanzenbanken weltweit sind vor der-artigen irreversiblen Verunreinigungen langfristig nicht sicher.

Terminatortechnologie: das eingebaute Patent

 

Die mit der sogenannten Terminatortechnologie (Genetic Use Restriction Technology, GURT) veränderte Sorten können bestimmte Eigenschaften nur ausprägen, wenn sie mit einem passenden Mittel behandelt werden. Dazu können auch die Keimfähigkeit oder Krankheitsresistenzen gehören. Damit sollen die Landwirte gezwungen werden, jedes Jahr neues Saatgut bzw. die passenden Mittel zu kaufen. Syngenta, Monsanto, DuPont, BASF, US Dept. of Agriculture, Cornell, Purdue und Iowa State University halten oder beantragen Terminator-Patente für über 90 Staaten. Für Deutschland sind sie erteilt. Indien, Ghana und Pakistan lehnen sie ab.

Verbraucherschutz

 

Derzeit gibt es noch keine Langzeituntersuchungen, die die Unbedenklichkeit direkten oder indirekten Verzehrs gentechnisch veränderter Pflanzen bewiesen hätten. Nach dem Vorsorgeprinzip ist es deshalb unverantwortlich, diese für den Anbau, Import, Export, die Nahrungsmittelhilfe, den Verkauf oder die Verfütterung freizugeben.

 

Vier Firmen kontrollieren den Markt für gentechnisch verändertes Saatgut: DuPont, Monsanto (Pharmacia), Syngenta und Bayer Crop Science

 

Gehe zu Schautafel:  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10  11 12 13 14

Termine

Keine Artikel in dieser Ansicht.

Mehr erfahren

Tragen Sie sich für unseren kostenlosen Newsletter an und erhalten Sie regelmäßig Neuigkeiten zu Projekten und Veranstaltungen

benefind.de - Sie suchen, wir spenden.

AGRAR KOORDINATION & FIA E.V | STAND 2017