Hamburger Initiative Lieferkettengesetz



In einer Petition fordert die bundesweite „Initiative Lieferkettengesetz“ von Bundeskanzlerin Angela Merkel, innerhalb des Jahres 2020 ein Lieferkettengesetz auf den Weg zu bringen. Der Zusammenschluss aus über 80 Organisationen will dafür sorgen, dass Unternehmen sich an internationale Abmachungen zu Menschenrechten und Umweltschutz halten: im gesamten Geschäftsbereich, von der Rohstoffgewinnung bis zur Endkundin – auch im Ausland. Tun sie dies nicht, könnten sie durch das Gesetz in Deutschland haftbar gemacht werden.

Das Hamburger Bündnis unterstützt die Bundeskampagne mit Bildungs-, Vernetzungs-, Überzeugungs- und Kampagnenarbeit in Hamburg. Zu dem Bündnis gehören neben der Agrar Koordination auch Goliathwatch, Mobile Bildung für Eine Welt in Norddeutschland, der Kirchliche Entwicklungsdienst und andere.


Hintergrund

Deutsche Unternehmen beziehen Rohstoffe sowie Zwischen- und Endprodukte aus der ganzen Welt. Sie betreiben Produktions- und Vertriebsstätten im Ausland und exportieren ihre Güter in andere Weltregionen. Wenn sie im Ausland Menschenrechte verletzen oder die Umwelt zerstören, können sie dafür bisher in Deutschland nicht verklagt werden. Viele Unternehmen wollen, dass das so bleibt, und geloben freiwillige Besserung.

Doch trotz dieser Versprechen sind deutsche Unternehmen weltweit für verschiedenste Fälle von Menschenrechtsverletzungen, gefährlichen Arbeitsbedingungen oder Umweltzerstörung verantwortlich. Nur ein Fünftel von ihnen hält sich an die menschenrechtlichen Anforderungen der Vereinten Nationen. Von den 20 größten Unternehmen in Deutschland tut dies kein einziges. Deswegen sind Fabrikbrände und -einstürze bei der Herstellung unserer Kleidung nur die Spitze des Eisbergs. Ausbeutung gehört zum Alltag. Diese Probleme betreffen auch den Agrarsektor: Auf Kakao- und Palmölplantagen arbeiten Kinder unter schwersten Bedingungen, es werden vielfach keine existenzsichernden Löhne gezahlt und die Rechte der Beschäftigten werden nicht geachtet. Der Einsatz hochgiftiger Pestizide bei der Produktion von Ananas und anderen tropischen Früchten für unsere Supermärkte verletzt das Recht auf Gesundheit der Plantagen-Beschäftigten.

Die Erfahrungen zeigen: Freiwillig kommen deutsche Unternehmen ihrer globalen Verantwortung nicht ausreichend nach. Es braucht einen gesetzlichen Rahmen, der auch Betroffenen die Möglichkeit gibt, Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen. In anderen europäischen Ländern gibt es bereits Gesetze gegen Kinderarbeit, moderne Sklaverei und für die Achtung von Menschenrechten im Auslandsgeschäft. Ob Deutschland diesen Positivbeispielen folgt, entscheidet sich laut Koalitionsvertrag noch im Jahr 2020.

Unterschreiben Sie hier die Petition der Initiative Lieferkettengesetz: https://lieferkettengesetz.de/

 

 

 

Termine

Mi 11.03.2020

Austellung "Land und Wirtschaft – wer erntet?" in Hamburg zu sehen

Vom 19.2. bis zum 11.3. ist die Fotausstellung im Weltcafé ElbFaire, Shanghaiallee 12, 20457 Hamburg (Hafencity) zu...

Fr 20.03.2020

Biopoli-Seminar vom 20.-22.3.20 in Hamburg

"Handwerkszeug für Zukunftshandeln"– Ökologischer Handabdruck und Nachhaltige Landwirtschaft mit Marie Heitfeld Fr.,...

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