Agrar Koordination zum GFFA: Handelsabkommen dürfen die Rechte der Bauern nicht einschränken!

Agrar Koordination zum GFFA: Handelsabkommen dürfen die Rechte der Bauern nicht einschränken!

[Hamburg, 16. Januar 2020] – Ab heute findet in Berlin das 12. Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung statt. Die hochrangige Veranstaltung, die am Samstag mit dem Treffen der Agrarminister*innen aus aller Welt endet, soll die „Bedeutung des Handels und eines integrierten Handelssystems für die weltweite Ernährungssicherung in das öffentliche Bewusstsein rücken“, wie es in der Ankündigung heißt. Die Agrar Koordination kritisiert anlässlich des GFFA die Auswirkungen von Freihandelsabkommen wie z.B. dem Mercosur-Abkommen auf die biologische Vielfalt in Saatgutsystemen und die Beschränkung der Rechte der Bauern und Bäuerinnen an ihren genetischen Ressourcen.

Ursula Gröhn-Wittern von der Agrar Koordination aus Hamburg: „ Handelsverträge dürfen die nationale Saatgutgesetzgebung nicht in einer Weise beeinflussen, die die beteiligten Staaten zwingt, Patentrechte oder Sortenschutzrechte nach europäischem Vorbild einzuführen.“

In den Entwicklungsländern erzeugen die Bauern und Bäuerinnen noch immer 80 Prozent ihres Saatguts selbst und schaffen damit beständig genetische Vielfalt und lokal angepasste Sorten. Dies ist ein grundlegender Bestandteil der globalen Ernährungssicherheit, der angesichts des Klimawandels weiter an Bedeutung gewinnt.

Gröhn-Wittern: „Handelsabkommen enthalten oft Klauseln, die Staaten auffordern, ihre Gesetzgebungen so anzupassen, dass der kommerzielle Saatgutmarkt gestärkt wird und damit die Abhängigkeit von Kleinbauern von teurem, zugekauftem Saatgut zunimmt. Die Erhaltung der Biodiversität auf den Farmen ist außerdem ein wichtiger Baustein in der Anpassung an den Klimawandel. Wir brauchen eine Stärkung der Regeln, die Biodiversität und Klima schützen. Das können auch Handelsabkommen sein. Alles andere ist nicht zukunftsfähig.“

Weitere Informationen: Mireille Remesch und Ursula Gröhn-Wittern; Kritischer Agrarbericht 2020: Freihandel vs. Agrarökologie.

20.01.2020

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Fr 20.03.2020

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