Bauernproteste

Polarisieren hilft nicht.

Den Bauern geht es schlecht, weil sie finanziell mit dem Rücken zur Wand stehen. Viele Betriebe sind hoch verschuldet, weil sie ins " Wachsen" investiert haben. Größere Ställe, größere Maschinen, mehr Tiere etc. Das taten sie auf ausdrückliches Anraten ihrer so genannten Berufsvertretung dem Deutschen Bauernverband, der immer wieder das "Wachsen oder Weichen" predigte. Die Banken gaben gerne die Kredite, gab es doch Land als Sicherheit. Inzwischen wissen auch die Bauern und Bäuerinnen, dass es zwischen dem Bauernverband und der vor- und nachgelagenten Agrarindustrie von Futtermittelhandel, Molkerein und Banken, engste personelle Beziehungnen und Interessenskonflikte gibt. Viel zu lange haben sie davor die Augen verschlossen. In keinem anderen Land sind Lebensmittel so billig wie in Deutschland. Verbraucherinnen und Verbraucher sind meiner Ansicht nach zu großen Teilen bereit, mehr zu zahlen, wenn dafür ihr Trinkwasser sauber bleibt und in ihrer Umwelt noch Vögel und Insekten leben. Die Bauern sind nicht schuldig am Insektensterben, sondern eine in die falsche Richtung ausgelegte Agrarpolitik die eine umwelt- und tiergerechtere Landwirtschaft nicht genug fördert. Solange der Großteil der Agrarsubventionen noch immer nach der bewirtschafteten Fläche gezahlt wird und nicht für die Qualität der Produkte und die Art ihrer Erzeugung, wird es den Steuerzahlern und Steuerzahlerinnen schwer zu vermitteln sein, warum Landwirte einen beträchlichen Anteil ihres EInkommens aus Subventionen beziehen sollen. Am 19. Januar wird es in Berlin wieder eine "Bauerndemo" geben. Dort stehen Verbraucherinnen und Bauern und Bäuerinnen nebeneinander und fordern eine andere Agrarpolitik. Liebe Landwirte! Schaut dort mal vorbei. Dort findet Ihr die Solidarität die Ihr sucht! Zeigen wir unseren Nahrungsmittelproduzenten Respekt, aber auch, dass wir erwarten, dass sie dem Mythos der Wachstums ohne Grenzen nicht mehr folgen, denn das gefährdet unser aller Zukunft und das Höfesterben wird sich fortsetzen. 

19.11.2019

flicker Martin S.

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