Ein erster Schritt in die richtige Richtung

EU verbietet Freilandeinsatz von bienenschädlichen Insektengiften

Die von Bayer hergestellten Insektengifte Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam (Syngenta) dürfen laut einem EU-Beschluss nicht mehr im Freiland verwendet werden. 16 von 28 EU-Ländern haben der Regulierung zugestimmt, die noch dieses Jahr in Kraft treten soll. Auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Österreich unterstützen das Verbot gegen die drei sogenannten Neonicotinoide. Mit nur einer Stimme Mehrheit  war es allerdings eine knappe Entscheidung

Die Agrar Koordination begrüßt das Verbot zur Freilandausbringung der drei Neonicotinoide. Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sprach nach dem Votum von einem "guten Tag für den Schutz der Bienen in Deutschland und in Europa". Für die Agrar Koordination ist jedoch klar, dass das Verbot nur ein erster Schritt sein kann. Denn trotz des EU-Beschlusses dürfen die drei Neonicotinoide weiterhin in Gewächshäusern verwendet werden. Und auch andere Insektengifte, die nach Ansicht der EU-Kommission keine Gefahr für Bienen darstellen, sowie ähnlich wirkende Pflanzenschutzmittel dürfen weiter ausgebracht werden. Grünen-Europaabgeordneter Martin Häusling fordert ein „EU-weites Komplettverbot“. Auch der Agrar Koordination ist wichtig, dass die nun verbotenen Neonicotinoide nicht einfach durch neue chemische Pflanzenschutzmittel ersetzt werden. Stattdessen sollte sich die Landwirtschaft in eine ökologische und möglichst chemiefreie Richtung weiterentwickeln.

Die Diskussion um die drei besagten Neonicotinoide ist nicht neu. Schon seit 2013 war durch eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bekannt, dass die meisten Anwendungen von Neonicotinoiden eine Bedrohung für Bienen sind. Deswegen unterlagen die drei Neonicotinoide von Bayer seitdem Beschränkungen. Am 28. Februar 2018  veröffentlichte das EFSA erneut eine wissenschaftliche Bewertung, die die schädliche Wirkung der Neonicotinoide auf Bienen bestätigte. Hierin wurde deutlich, dass nicht nur Honigbienen, sondern auch Wildbienen wie Hummeln oder Solitärbienen von den Insektengiften geschädigt werden. Die Insektengifte greifen das zentrale Nervensystem von Insekten an. Daraufhin können die Bienen sich nicht mehr richtig orientieren und bekommen Krämpfe. Die Leistungsfähigkeit der Honigbienen nimmt ab, berichten Imker.
In Kontakt mit dem Insektengift kommen die Bienen über verschiedene Wege: Rückstände der Neonicotinoide finden sich im Pollen und Nektar behandelter Pflanzen. Auch unbehandelte Pflanzen aus der Umgebung können durch vom Feld abgedrifteten Staub belastet sein. Über Rückstände im Boden können auch der Pollen und Nektar neu angebauter Pflanzen mit Neonicotinoiden kontaminiert werden.

Weitere Informationen finden Sie hier und hier.

11.05.2018

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