Vortrag "Monsanto auf Deutsch- Seilschaften der deutschen Gentechnik" in der Werkstatt3 in Hamburg 19:00 Uhr

15.10.2009

in der Werkstatt3 , Nernstweg 32, 22765 Hamburg Vortrag und Diskussion mit Jörg Bergstedt

Kennen Sie Filme oder Bücher über Monsanto? Immer wieder wird einen

intensiver Filz zwischen Konzern und Aufsichtsbehörden aufgedeckt. Doch

St. Louis, der Firmensitz des Round-up- und Agent-Orange-Herstellers, ist

weit weg. Wie aber sieht es in Deutschland aus? Warum werden hier Jahr für

Jahr immer neue Felder angelegt, obwohl 80 Prozent der Menschen keine

Gentechnik im Essen wollen? Warum fließen Steuergelder auch dieser 80

Prozent fast nur noch in die Gentechnik, wenn es um landwirtschaftliche

Forschung geht?

Der Blick hinter die Kulissen der Gentechnik mit ihren mafiosen Strukturen

und skandalösen Zustände bei Genehmigungen und Geldvergabe bietet eine

erschütternde Erklärung, warum die überwältigende Ablehnung und der

gesetzlich eigentlich vorhandene Schutz gentechnikfreier Landwirtschaft

(einschließlich Imkerei) gegenüber der grünen Gentechnik so wenig Wirkung

hat. Denn: In den vergangenen Jahrzehnten sind alle relevanten Posten in

Genehmigungsbehörden, Bundesfachanstalten und geldvergebenden Ministerien

mit GentechnikbefürworterInnen besetzt worden. Die meisten von ihnen sind

direkt in die Gentechnikkonzerne eingebunden. Mafiose Geflechte von

Kleinstunternehmen und seltsamen Biotechnologieparks names Biotechfarm

oder Agrobiotechnikum sind entstanden, zwischen denen Aufträge und Gelder

erst veruntreut und dann hin- und hergeschoben werden, bis sich ihre Spur

auf den Konten der Beteiligten verliert. Es wird Zeit für einen Widerstand

an den Orten der Seilschaften.

In der Veranstaltung werden minutiös die Seilschaften zwischen Behörden,

staatlicher und privater Forschung, Konzernen und Lobbyorganisationen

durchleuchtet. Genauere Blicke lohnen auf die Genehmigungsbehörde BVL

(Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsichergheit und deren

Beratungsstellen JKI und ZKBS. Dann sollen beispielhaft zwei Zentren der

grünen Gentechnik vorgestellt werden: Das AgroBiotechnikum in Groß

Lüsewitz mit seinen Firmengeflechten um biovativ und BioOK und die

Biotechfarm in Üplingen mit dem sachsen-anhaltinischen Gentechfilz um

InnoPlanta.

Den Abschluss bildet ein Ausblick auf Möglichkeiten des Widerstandes.

 

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