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Zusammenhang  zwischen Klimawandel und Nutzpflanzenvielfalt

Zur Abbremsung des anthropogenen Klimawandels sowie zur Anpassung an dessen Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Erzeugung kann und muss eine Agrarpolitik beitragen, die Vielfalt fördert. Eine vielfaltsorientierte Agrarpolitik fördert eine an den ökologischen Gegebenheiten orientierte Landwirtschaft, die die Ökosystemfunktionen der Landwirtschaft schützt (Wasserspeicher, Wasserreinigung, Erosionsschutz, Bestäubung, Bodenfruchtbarkeit ect.), sowie die Wechselwirkungen zwischen Landwirtschaft und „wilder“ Natur erkennt und unterstützt.

 Bis Dezember 2009 wollen die Mitgliedstaaten der UN-Klimarahmenkonvention, zu denen auch die USA gehören, und die Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls sich auf ein Langzeitprogramm zum Treibhausgasabbau verständigen. Der Beginn der zweite Verpflichtungsperiode 2013 soll auf diese Weise ohne Unterbrechung aus der ersten entstehen. Einige Maßnahmen des Projektes (z.B. ein Teil der Studie) sollen bis November 2009 bereits vorliegen, damit hiermit rechtzeitig zur UN Klimakonferenz in Kopenhagen Lobbyarbeit gemacht werden kann.

 Zwei Aspekte sind bezüglich der Klimaproblematik in Verbindung mit Landwirtschaft  von Bedeutung:

 Erstens trägt die Landwirtschaft weltweit mit rund 15 Prozent der Treibhausgas-Emissionen zur globalen Klimaveränderung bei. Dabei werden durch die landwirtschaftliche Erzeugung neben CO2 auch die besonders wirksamen Spurengase Distickstoffoxid (N2O), Ammoniak (HN3) und Methan (CH4) emittiert. Hauptursachen hierfür sind der Viehbestand, der Einsatz von Gülle- und Mineraldünger sowie der allgemeine Energieverbrauch der Landwirtschaft.

 Zweitens leidet die landwirtschaftliche Erzeugung weltweit unter den Folgen des Klimawandels. Weite Gebiete in Europa werden trockener werden und in den Gebieten südlich der Sahara wird mit Ertragseinbußen mit bis zu 50 % gerechnet. Eine Anpassung an diese Bedingungen ist nur möglich, wenn Nutzpflanzensorten und Tierrassen gefunden werden, die diesen Bedingungen angepasst sind. Dazu ist die landwirtschaftliche Vielfalt (Agrobiodiversität) als Ressource unabdingbar.

Das gilt auch für Anpassung der Landwirtschaft in Europa. In vielen Entwicklungsländern sind die Folgen des Klimawandels schon spürbar und Bauern und BäuerInnen reagieren mit einem Wechsel der Sorten und Früchte, die sie anbauen. Hier liegt auch eine wichtige Aufgabe in der Entwicklungszusammenarbeit, eine vielfältige landwirtschaftliche Produktion zu fördern und der ländlichen Entwicklung wieder eine höhere Priorität zuzuweisen.